Idyllische Zeltstelle am Gebirgsfluss

Gottes Strafe für kurze Hosen

Köprüköy

Als ich letztes Jahr mit Fabi durch Köprüköy fuhr, wurde unsere Wahrnehmung von der drückenden Hitze gedämpft. Der Ort schien einer Geisterstadt gleich, in der einige der noch Lebenden sich weigerten, den Ort vollständig zu desertieren. Doch dieses Jahr war die Temperatur angenehm, unsere Körper waren frisch erholt und meine Augen sahen die Stadt in einem viel wärmeren und freundlicheren Licht.

Die meisten der Läden und Werkstätten waren auch dieses Mal geschlossen, vermutlich leerstehend. Wir fuhren zu viert in Richtung Markt, als einige Kinder von einem kleinen Bolzplatz neben der Straße anzügliche Gesten in Richtung Michi machten. Am Markt angekommen, schafften wir es nicht einmal, unsere Einkäufe zu erledigen, bevor ein griesgrämiger älterer Herr auf uns zukam und uns mit: „Musulman? Christian? Sen ne? Christian?“ begrüßte. Ich gab vor, ihn nicht zu verstehen und er wiederholte seine Frage, ob ich denn Moslem oder Christ sei.

Um einer unnötigen Provokation aus dem Weg zu gehen, sagte ich, ich sei Christ, worauf er empört auf unsere entblößten Beine zeigte und uns klarmachte, dass wir mit dieser Kleidung unmöglich im Freien rumlaufen könnten. Allah sähe das nämlich und wäre dann böse. Denn Allah sieht alles. Wir wendeten uns von unserem gottesfürchtigen Freund ab, der sogleich vom Ladenbesitzer weggeschickt wurde und grummelnd das Feld räumte, und machten unsere Einkäufe.

Mein anfangs noch positiver Eindruck von Köprüköy war getrübt, als wir auf unseren Rädern das Dorf wieder verließen. Doch als die Kinder Steine vom Bolzplatz aufhoben und uns damit bewarfen, hatte diese Jauchegrube der menschlichen Zivilisation bei mir endgültig verschissen.

Abschied von Davide

Abschied von Davide und Simon

Abschied von Davide und Simon

Nach 60 gemeinsamen Kilometern trennten sich unsere Wege wieder.

Wir fuhren bis zur alten Brücke von Köprüköy, aßen dort gemeinsam Brot und verabschiedeten uns von Davide und Simon, die von hier aus mit kräftigem Rückenwind zum Ararat weiterfahren würden, dem höchsten Berg der Türkei. Wir bogen nach Süden ab, wie gewohnt fast genau in den Gegenwind, und strampelten bergauf in die Nachmittagssonne. Gegen Abend fanden wir eine gemütliche Stelle an einem Fluss, die schneebedeckten Gipfel der nächsten Bergkette und des nächsten Passes vor uns und den größten Teil unserer Strecke durch die Türkei hinter uns.

Jahreszeiten

Blick zurück in die Ebene bei Köprüköy

Blick zurück in die Ebene bei Köprüköy

Als ich letztes Jahr im August mit Fabi durch diese Region rollte, war die gesamte Landschaft von Gelb- und Brauntönen bedeckt, Pflanzen von der Sonne ausgetrocknet, Flussbetten, die seit langem keinen Regen mehr gesehen hatten. Alles, einfach alles schien Dornen gebildet zu haben. Doch jetzt, Ende April, waren die Täler und Teile der Berghänge von grünem Gras bedeckt, nur wenige Pflanzen hatten harte Dornen und die Bäche waren voll von kaltem Schmelzwasser. Und Plastiktüten.

Die nächste Bergkette und der nächste Pass erwartet uns

Die nächste Bergkette und der nächste Pass erwarten uns

In einer Wiese hinter einer verlassenen Tankstelle schlugen wir an einem solchen Bach unser Zelt auf. Ich bereitete gerade das Abendessen zu, da kam einer der Kurden, die sich regelmäßig in der Tankstelle zum Okeyspielen trafen, zu unserem Zelt und lud uns zum Tee ein. Er ezählte bei einem Çay davon, dass die Türkei kein Land des Luxus sei, aber wirklich arm wäre sie auch nicht. Fast niemand sei reich und nur wenigen ginge es richtig schlecht. Auch zwischen der türkischen und kurdischen Bevölkerung des Landes gäbe es kaum noch Probleme und sie seien jetzt Brüder. Genau wie die Türken und die Deutschen. Damals. Im Weltkrieg. Erstaunlich, was einen alles zu Brüdern macht.

Das Bergdorf Soğuksu

Das Bergdorf Soğuksu

Ein unerwartetes Brot

Einer der Okey-Spieler bei Soğuksu

Einer der Okey-Spieler bei Soğuksu

Er brachte uns später Brot ans Zelt und wollte uns sogar Bier kaufen gehen. Die spinnen, die Kurden.

Bevor wir schlafen gingen, fragten wir die Okeyspieler, wo denn die nächste Bäckerei sei. Angeblich im nächsten Ort, aber die hätte um die Uhrzeit, zu der wir dort wären, noch nicht geöffnet. Und von dort sei die nächste 30km und einen Gebirgspass weit entfernt. Aber wir hatten noch genug Süßigkeiten und Reste, um auch das zu schaffen.

Wir wollten gerade ins Zelt, als am Okey-Haus ein Auto hielt und einer der Spieler durchs Dunkel zu unserem Zelt stapfte. Ich dachte bereits, wir müssten weitere Einladungen ablehnen und abermals bekräftigen, dass es im Zelt nicht zu kalt sei. Entgegen meiner Erwartungen wollte er uns aber zu nichts überreden, sondern hatte zwei große Fladenbrote dabei, die er uns überreichte. Er wollte uns sogar noch Bier kaufen gehen, doch davon konnten wir ihn zum Glück abhalten.

Notfall

An diesem Abend brachte ich hastig meinen ersten Dünnpfiff ins Gebüsch. Zum Glück würde es bei einer einzigen Notsituation bleiben und am nächsten Morgen fühlten sich meine Innereien wieder vorzüglich. Wenn ich an meine bisherigen Bikeurlaube zurückdenke, so verlief dieser bisher erstaunlich solide.

Der Gegenwind wird unerträglich

Langsam kämpften wir uns zur nächsten Hochebene hinauf

Langsam kämpften wir uns zur nächsten Hochebene hinauf

Die Straße stieg weiter an, wir passierten die 1900-Meter-Marke, fuhren durch kleine Dörfer und das Tal sah aus, als hätte sich ein gigantischer Wurm durch die Berge gefressen. Wir erreichten die Schneegrenze und der Wind wurde zunehmends kälter und heftiger. Im ersten Gang kämpften wir uns teils frierend, teils schwitzend, zum 2350m hohen Pass hinauf. Ich wollte mein Fahrrad ans Passschild anlehnen, um es zu fotografieren, doch der Wind blies es um, wie ich es auch stellte.

Çatalören Pass - 2360m

Çatalören Pass – 2360m

Hinter dem Pass fiel das Terrain nicht ab, sondern ging in eine 2200m hohe Ebene über.

Beim Überqueren eines Passes nimmt der Radfahrer gerne eine gewisse Erwartungshaltung an. Man rackert sich den Berg hoch, unterwegs gibt’s dann tolle Aussichten und oben weht wie immer der Wind heftig und kalt, dann ein Passfoto und auf die Räder, um auf der anderen Seite des Passes locker hinunterzurollen, während der Wind nachlässt und die Temperatur wieder etwas steigt. Daran gemessen, hatten wir dann wohl eines der Worst-Case Szenarios. Der Gegenwind blieb, man fuhr im ersten Gang bergauf und versuchte nicht umgepustet zu werden, und beim Bergabrollen konnte man sogar mal ein oder zwei Gänge hochschalten, wenn es der Gegenwind gerade zuließ. 10 Kilometer kamen mir noch nie so viel vor.

Wieder einmal dachte ich darüber nach, ob es nicht schlauer gewesen wäre, die Tour anders herum zu fahren, also von Osten nach Westen. So hätte man hauptsächlich Rückenwind gehabt, statt Gegenwind. Aber nach Singapur zu fliegen, sich dort dem Kulturschock auszusetzen, nur um anschließend nach Hause zu radeln, während alles um uns herum immer normaler und vertrauter wurde, bis man schließlich wieder ins Saarland rollte, schien uns eine denkbar undankbare Alternative. Dann doch lieber Gegenwind.

Nach Karayazı

Schlammfelder bei Karayazı

Schlammfelder bei Karayazı

Auch hier hatte das Tauwasser jede flache Stelle in einen matschigen Sumpf verwandelt.

Dann bogen wir in einen leichten Rückenwind ab und rollten durch eine Hochebene, die auf 2200m lag. Gemütlich runterrollen würde wohl erstmal flachfallen. Wärmer war es hier auch nicht. Aber wenigstens lag nur noch wenig Schnee. Unsere nächste Versorgungsstation war das 16km entfernte Karayazı. Im Supermarkt bat man uns einen Tee an, den wir dankend annahmen. Wie meistens, wurde gleich am Anfang des Gesprächs festgehalten, dass wir uns hier ja nicht in der Türkei, sondern in Kurdistan aufhielten.

Während wir unseren Tee tranken, betraten einige Leute den Laden und verließen ihn wieder. Schließlich stellte sich einer der Kunden als Ali vor. Er sprach relativ gut Französisch und bat uns sofort an, in seinem Haus zu schlafen. Er wohne nicht weit entfernt mit seinem Vater zusammen und es sei kein Problem, uns zu beherbergen. Wir akzeptierten das Angebot, er bestand darauf unsere Einkäufe zu bezahlen und führte uns mit seinem Ford Transit zu seinem Haus. Wie immer, wenn man einem Auto folgen soll, eine schweißtreibende Angelegenheit.

Chez Ali

Ali, unser Gastgeber in Karayazı

Ali, unser Gastgeber in Karayazı

Eigentlich wollten wir nur Essen einkaufen, doch das Wetter verlangte eine fünftägige Zwangspause.

Über eine holprige Seitenstraße erreichten wir das von Schlamm umgebene Gebäude am Rande der Stadt. Drei Stufen führten in einen von Glasfenstern gesäumten Raum. Darin befanden sich eine Waschmaschine, ein Tisch und ein Brenner, der mit Kohle betrieben wurde. Ali wollte den Ofen anfeuern, doch wegen eines Stromausfalls war dies nicht möglich. Er rief einen Techniker an und eine halbe Stunde später stieg ein Angestellter des Elektrizitätsunternehmens den Pfosten vor Alis Haus hinauf, um das Kabel, das sich im Sturm gelöst hatte, wieder zu verbinden. All dies bei einer immer noch beachtlichen Windstärke und ohne jegliche Sicherung. Kurze Zeit später hatten wir warme Heizkörper, warmes Wasser und sogar schnelles Internet.

Gegen Abend begann es zu regnen und wir waren froh, bei den frostigen Temperaturen nicht im Zelt liegen zu müssen, sondern unter Bettdecken, die gefühlte fünf Kilo schwer waren. Am nächsten Morgen waren wir eingeschneit. Draußen lagen gut zwanzig Zentimeter Schnee, doch der Wind hatte nachgelassen und es schneite nicht mehr. Ich machte mir Kaffee und setzte mich zur Heizung in den Vorraum. Ali wachte auf und bemerkte beiläufig, dass zwanzig Zentimeter Schnee ja kaum erwähnenswert seien. Im Winter lägen hier zwischen 1 und 1,5 Meter. Teilweise käme man gar nicht mehr aus dem Haus.

Ali musste am späten Vormittag arbeiten gehen und ein paar Stunden später wachte auch Michi auf. In der Zwischenzeit hatte der Wind wieder seine gewohnte Orkanstärke erreicht und es hatte angefangen zu regnen. An Weiterfahren war heute also nicht zu denken.

Stromausfälle und Bombardements

Handelte es sich hierbei um Gottes Strafe für das Tragen kurzer Hosen? Hatte uns der Allmächtige gesehen? War er erbost über den Anblick unserer hocherotischen entblößten Unterschenkel? Hatten wir vielleicht sogar Allahs empfindliches Modebewusstsein verletzt? Auf jeden Fall beschlossen wir, noch eine weitere Nacht zu bleiben und am nächsten Morgen weiterzufahren. Gegen Abend gab es weitere Stromausfälle. Ich saß mit meinem Laptop im Wohnzimmer und amüsierte mich darüber, wie das laute Surren des Föns, das aus dem Bad drang, sich mit leisem Fluchen abwechselte, während der Strom kam und ging.

Das Feld vor unserem Haus in Karayazı

Das Feld vor unserem Haus in Karayazı

Am Abend konnte man noch trockenen Fußes zum Haus gelangen.

Das Feld vor unserem Haus in Karayazı

Das Feld vor unserem Haus in Karayazı

Am Morgen hatten Schnee und Tauwetter den Weg zum Haus in einen Schlammparcours verwandelt.

Dasselbe Szenario wiederholte sich am darauffolgenden Morgen abermals, der Wetterbericht sprach von Windböen bis 60km/h und statt Schnee gab es heute Hagel. Und zwar nicht den aus dem milden Deutschland bekannten reiskorngroßen Kinderhagel, sondern ausgewachsenen kichererbsengroßen Hagel. Ein paar der Geschosse hatten beinahe die Größe einer Sauerkirsche. Was ein Glück, dass wir jetzt nicht draußen waren.

Ali

Ali war vor einigen Jahren illegal nach Frankreich eingewandert und wurde dort in ein Auffanglager gesteckt. Dort machte er seiner eigenen Aussage nach erstmal „30 Tage Urlaub“, bevor er aus dem Lager entlassen werden musste. In den folgenden Monaten lebte er in verschiedenen französischen Städten, arbeitete in unterschiedlichen Jobs und hatte alle möglichen Probleme. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, ob er schließlich abgeschoben wurde oder aus freien Stücken wieder zurück in die Türkei ging.

Er erzählte uns von den vielen Guerilla, die sich in dieser Gegend aufhielten und für ein gleichberechtigtes und freies Kurdistan kämpften. Davon, wie er mit einigen seiner Freunde noch vor wenigen Monaten zu Hause einen Tee getrunken hatte, die jetzt leider alle tot sind, im Kampf für mehr Rechte gestorben. Dies war der einzige Moment, in dem seine sonst so fröhliche und ironische Ausstrahlung ernst und traurig wurde.

Lange Winter

Alis Vater auf dem Weg in die Stadt

Alis Vater auf dem Weg in die Stadt

Wir saßen gerade im Glaskasten und rauchten eine Zigarette, als draußen zwei Hunde durch Dunkelheit und Schnee stapften. Ali meinte, im Sommer habe es noch viele der Streuner gegeben, etwa zwanzig, doch jetzt seien diese beiden die einzigen, die noch lebten. Der Rest sei entweder erfroren oder von den Wölfen gefressen worden. Der Winter dauert hier nämlich fast 9 Monate lang. Der letzte Schnee fällt meistens im Mai, manchmal sogar noch Anfang Juni, und der erste Wintereinbruch ist bereits im September.

Alis Mutter und Michi - Karayazı

Alis Mutter und Mia – Karayazı

An diesem Abend kam Alis Mutter aus Erzurum zurück. Seiner eigenen Aussage nach der weibliche Saddam Hussein. Ich mochte Alis Sarkasmus. Alis Mutter war, genau wie sein Vater, eine sehr angenehme und nette Person. Sie freute sich darüber, Gäste zu haben, und war stets um unser Wohlergehen besorgt.

Das Familienalbum

Gruppenfoto mit Ali und seinem Vater

Gruppenfoto mit Ali und seinem Vater

Am letzten Abend vor unserer Abfahrt – dem mittlerweile fünften Abend bei Ali – wurde schließlich das Familienfotoalbum ausgepackt und man zeigte uns einige Bilder. Für mich persönlich gibt es wenige Dinge, die langweiliger sind, als Fotos von Personen anzuschauen, die man kaum kennt. „Hier waren wir beim Grillen mit den Nachbarn vor 12 Jahren“. „Und das hier ist das Baby des Onkels der Schwester meiner Cousine fünften Grades“. Um nicht unhöflich zu sein, lächelt man natürlich und macht ein hochinteressiertes Gesicht. Wie so oft war die Vorführung nach 3 Minuten beendet und Alis Eltern blätterten mit vor Nostalgie funkelnden Augen in den Fotoalben herum, während wir drei uns heimlich ins Glaszimmer schlichen, um eine zu rauchen.

Ihr werdet da draußen sterben

Unsere Fahrräder im Schnee von Karayazı

Unsere Fahrräder im Schnee von Karayazı

Nach fünf Tagen mussten wir weiter – Schnee oder nicht Schnee.

Als wir am nächsten Morgen unsere Fahrräder aus dem Schuppen hievten und durch den fast einen halben Meter tiefen Schnee zum Hauseingang drückten, um die Packtaschen zu befestigen, erklärte uns Ali, dass es unmöglich sei, bei diesem Wetter zu fahren. Es schneite leicht und das Gelände ums Haus herum glich einem Schlachtfeld. Doch wir wollten weiter.

So kämpften wir uns mit den Bikes durch ein Minenfeld aus Eiswasserpfützen und Schlammlöchern zur Straße, die Packtaschen im Schnee schleifend. Ali erklärte uns für wahnsinnig, wünschte uns eine gute Fahrt und bestand darauf, dass wir ihm eine SMS schrieben, sobald wir das Zelt aufgebaut hatten. Wir verabschiedeten uns von unserem Ex-Guerilla-Revolutionär und setzten die Reise fort.

Alis Mutter beim Schneeschippen

Alis Mutter beim Schneeschippen

Ob wir im Schnee erfrieren, vom Wolf gefressen, von Guerillas entführt oder von Türken mit einer Überdosis Çay vergiftet werden, könnt ihr im nächsten Artikel lesen.

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3 Gedanken zu „Gottes Strafe für kurze Hosen“

    1. NIx da du fauler Hund. Selber lesen. Oder vorlesen lassen. Ich komm hier eh kaum zum schreiben. Geht fast meine komplette freie Zeit dafür drauf. Nix chillen!

  1. Köprüköy is ja krass! Bin ich ja mal gespannt, ob ihr im Iran ähnliche Erfahrungen macht (wohl nicht) 😀

    „Dann bogen wir in einen leichen Rückenwind ab“ leichen -> leichten

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