Mazdavand

Die letzten Tage im Iran

Visa für Turkmenistan

Als bekennender Kulturbanause und Sehenswürdigkeitenverweigerer war es nicht mein Anliegen, die Attraktionen Mashads zu besuchen und zu bewundern. Doch als wir unser Visum am turkmenischen Konsulat abholten, überlistete uns Bob hinterhältig.

Das Visum abzuholen war problemlos und dauerte lediglich 10 Minuten. Wir übergaben unsere ausgefüllten Unterlagen samt Passfoto und rund 50 Euro an den Beamten am Schalter und erhielten kurz darauf unsere Reisepässe zurück, in die ein 7-Tage-Transitvisum eingeklebt war. Touristenvisa bekam man nur, wenn man einen Führer mietete, von dem man Tag und Nacht begleitet wurde. Wir hatten zwar gehört, dass Transitvisa auf fünf Tage beschränkt seien, doch dreisterweise beantragten wir sieben Tage. Was unsere Visa anging, schienen wir einfach Glück zu haben.

Die Kulturwerkstatt

Gemälde einer Studentin in Mashad

Gemälde einer Studentin in Mashad

Im Anschluss spazierten wir zu einem Wechselbüro, um viele iranische Rial in wenige turkmenische Manat einzutauschen. Auf dem Rückweg zu Bobs Wagen passierten wir ein recht alt aussehendes Steingebäude mit verschnörkelten Kragsteinen und Kranzgesimsen. Bob murmelte etwas von „Atelier“ und bevor wir mit den Augen zwinkern konnten, hatte er uns in die Kunstwerkstatt geleitet und einen Führer für uns organisiert.

Die schüchterne Iranerin führte uns durch einige Räume, in denen verschiedenste kunsthandwerkliche Gegenstände ausgestellt waren. Auf gebrochenem Englisch erläuterte sie die Herkunft einiger Werke, bevor sie uns durch den großen Innenhof in das eigentliche Atelier brachte. Sie selbst bestickte Tücher, doch gab es auch eine Abteilung für unglaublich komplex aussehende Holzarbeiten und nicht minder detailliert ausgearbeitete Tongefäße.

Im Töpfer-Atelier

Im Töpfer-Atelier

Der heilige Schrein

Nur einen Tag später stand bereits die nächste Besichtigungsfahrt auf dem Programm. Bob meinte es scheinbar ernst mit der Kultur. Der Heilige Schrein Imam Rezas war zu bestaunen. Noch auf der Fahrt zum Schrein fragte ich mich, was an so einem kleinen, verranzten, popeligen Schrein so besonders sein soll. Selbst wenn die Gebeine des ehrwürdigen Imams darin ruhten. Schrein klang für mich klein und bescheiden, fast schon armselig.

Steve

Steve

Wir trafen Steve im Iran und er lud uns zu dem ein oder anderen Tee ein.

Auf dem Weg zum Schrein trafen wir Steve, der uns, wie bereits gewohnt, sehr hartnäckig zum Tee einlud. Da wir sowieso etwas trinken wollten, erfreuten wir uns einige Minuten später an leckerem iranischen Schwarztee und Gebäck. Anschließend ging es weiter zum allseits gepriesenen Heiligtum.

Noch bevor wir auch nur einen einzigen Stein des Schreines zu sehen bekamen, war mir klar, dass ich eine falsche Vorstellung gehabt habe. Wir fuhren in die zum Schrein gehörige Tiefgarage, welche in fünf verschiedene Park-Blöcke mit jeweils dutzenden Parkreihen aufgeteilt war. Am Eingang des Schreins selbst, hinter dem uns eine unverhältnismäßig lange Rolltreppe erwartete, kam es zu ersten Komplikationen.

Keine Fotos, dafür ein Führer

Fotoapparate durften nicht mit hinein genommen werden – wohl um die empfindlichen Dekorationen zu schützen – doch Handys waren kein Problem. Ich brachte meine Kamera also zurück zum Auto. Auch konnte Mia die heilige Einrichtung nicht ohne Tschador betreten. Die Bediensteten hüllten sie in ein Betttuch und kurz darauf fanden wir uns alle am Kopfe der Rolltreppe wieder, wo wir von einem extra für uns herbeizitierten Führer empfangen wurden.

Der Führer hatte an diesem Tag offensichtlich keine Lust auf Führungen, so dass er uns durch einen der riesigen Torbögen über einen fussballfeldgroßen Platz direkt in eine kleine Moschee führte, wo wir die kunstvollen, in verschiedensten Farben spiegelnden Decken- und Wanddekors bestaunten. Nach einigen Minuten kehrte unser Führer zu uns zurück, drückte uns einen Stapel Bücher, Ansichtskarten und Broschüren in die Hand und wünschte uns einen schönen Tag im Schrein.

Bombastpalast

Wir verließen die Moschee und überquerten die restlichen Meter des immens großen Platzes, der auf allen Seiten von Moscheen und Gebetsräumen umgeben war, passierten ein weiteres Tor, durch das problemlos eine Karavelle hätte segeln können, und betraten einen weiteren, noch größeren Platz, auf dem sich noch mehr Menschen befanden und der von noch mehr Moscheen umgeben war.

Die Teppichcrew bereitete den Platz gerade für das Abendgebet vor und bedeckte den gesamten Boden mit Teppichen. Sie vollführten ihre Aufgabe mit mechanischer Präzision, so dass schon wenige Minuten später eine Teppichfläche entstanden war, auf der weit über fünftausend Moslems zum Gebet niederknien konnten.

Am gegenüberliegenden Ende des Platzes war der Eingang zu der Räumlichkeit, wo der Sarkophag des heiligen Imam bewundert werden konnte. Angeblich lagen tatsächlich seine Gebeine darin. Die Eingänge waren hier nach Geschlechtern getrennt und wir mussten uns für eine halbe Stunde von Mia verabschieden.

Imam Reza

Am Sarkophag selbst herrschte ein unglaubliches Gedränge und jeder versuchte, das sakrosankte Objekt zu berühren oder in halsbrecherischen Manövern seine Tochter oder seinen Sohn über die Menschenmenge zu hieven, so dass dieser kurz den kleinen Finger an das Gebilde halten konnte, oder auch mit dem Kopf darauf einschlug. Ich fühlte mich ein wenig an das Dorf „El Rocío“ in Andalusien, Südspanien, erinnert, wo jedes Jahr zu Pfingsten eine Million Pilger einfallen, um einer Marienstatue zu huldigen.

Hinter der Ruhestätte des Imams verzweigte sich der Korridor viele Male. Die Wände und Decken waren mit kleinen Spiegeln bedeckt, die alle so angebracht waren, dass man sich darin nie selbst sehen konnte. Auf dem Boden, am Rand des Ganges, saßen Gläubige und lasen in der heiligen Schrift, oder starrten auf ihr Smartphone. In kleinen Kammern zu beiden Seiten des Flurs beteten Moslems zu Gott und ich fühlte mich inmitten der sich durch die Gänge schiebenden Menschenmassen ein wenig fehl am Platz.

Verschlagene Sprache

Trotzdem hinterließ die durchdringende Atmosphäre des heiligen Schreins selbst bei mir, einem militant antireligiösen Menschen, einen andächtigen, fast schon mystischen Eindruck.

Über eine nach unten führende Treppe gelangten wir in einen weiteren Gebetsraum von erschlagender Größe. Hier widmeten sich einige wenige Gläubige dem Studium der göttlichen Suren oder entspannten einfach nur. An den vielen Pfeilern waren Großbildfernseher angebracht, auf denen gegebenenfalls die Zeremonie für alle sichtbar übertragen werden konnte.

Wir erklommen die lange Treppe am anderen Ende des Saales und gelangten durch weitere verschlungene Korridore zurück auf den großen Platz, auf dem gerade das Abendgebet zelebriert wurde. Von unserer Position aus erschien der geistliche Rezitator als kleiner Punkt auf einer großen Bühne, doch sein Antlitz wurde auf bombastischen Videoleinwänden zu beiden Seiten der Plattform übertragen.

Der heilige Schrein Imam Rezas ist ein beeindruckender Gebäudekomplex, dessen Mischung aus Einfachheit und Kunstfertigkeit sich auf höchstem Niveau vereint. Auch für Mystizismusignoranten wie mich ist er durchaus einen Besuch wert und eines ist absolut sicher: er ist nichts für Menschen mit Agoraphobie.

Out of Mashad

Schnurgerade Straße 40km hinter Mashad

Schnurgerade Straße 40km hinter Mashad

Die Landschaft wird immer wüstenähnlicher und das Thermometer steigt und steigt.

Nach der langen und erholsamen Pause bei einem der interessantesten Menschen, die ich bisher kennengelernt hatte, machten wir uns motiviert auf den Weg, die letzten drei Tage im Iran zu bestreiten. Mit Rückenwind verließen wir Mashad und rollten bei Temperaturen weit jenseits der Dreißig-Grad-Marke durch sandige, trockene Hügellandschaften.

Schorak Maleki

Schorak Maleki

Kurz vor Mazdavand geriet ich in den Hungerast und kämpfte mich mit Sternchen vor den Augen den letzten Hügel hinauf, um die letzte Kurve herum, in der Hoffnung, bald einen Laden finden zu können, der irgendetwas stark zuckerhaltiges im Angebot hatte. Genau vor dem einzigen kleinen Laden des Ortes standen am Straßenrand zwei weitere deutsche Radreisende, die ebenfalls auf dem Weg nach Turkmenistan waren.

Verlassene Siedlung im Nordost-Iran

Verlassene Siedlung im Nordost-Iran

Flo und Minxin

Sie stellten sich als Flo und Minxin vor, ein deutsch-chinesisches Paar, das in Deutschland, Flos Heimat, gestartet war und vorhatte, nach China, Minxins Heimat, zu fahren. Doch bevor wir uns weiter unterhalten konnten, musste ich mir einige zuckerhaltige Getränke einverleiben, um wieder zu Sinnen zu kommen.

Mehr karge Felsen bei Mazdavand

Mehr karge Felsen bei Mazdavand

Flo behauptete, sie seien die langsamsten Radfahrer, die es auf der ganzen Welt gäbe. Außerdem hätten sie nur noch zwei Tage Zeit, um die turkmenische Grenze zu erreichen, da ihr Iranvisum auslief und sie keinen „Overstay“ riskieren wollten. Wir trennten uns also nach einer halben Stunde wieder, ohne einen einzigen Kilometer gemeinsam gefahren zu sein, doch es würde nicht unsere letzte Begegnung bleiben.

Schattenspiele

Blanke Felswand bei Mazdavand

Blanke Felswand bei Mazdavand

Von Mazdavand führte unser Weg über einige Serpentinen auf einen kleinen Bergsattel hinauf, von dem aus sich eine phantastische Sicht über die unter uns liegende Ebene bot. Doch auch die Rückseite des Sattels hatte mehr zu bieten, als nur starken Gegenwind. Um uns herum türmten sich blanke Hügel zu bizarren Felsformationen, die die untergehende Sonne in ein Schattenspiel aus bernsteinfarbenem Licht tauchte. Inmitten dieser vegetationslosen Leere richteten wir unser Nachtlager her.

Besuch am Morgen

Skorpione gibt es im Iran natürlich auch

Skorpione gibt es im Iran natürlich auch

Dieses winzige Exemplar verkroch sich morgens unter meinem Vorderrad. Zum Glück kroch es nachts nicht in meinem Schlafsack - schließlich hatten wir ohne Zelt geschlafen.

Als am nächsten Morgen die ersten Sonnenstrahlen auf unsere Schlafsäcke trafen – wir hatten diese Nacht ohne Zelt geschlafen – war an weiterschlummern nicht mehr zu denken. Beim Aufsatteln krabbelte ein winziger Skorpion zu meinem Vorderrad und verharrte einige Momente im Schatten, bevor er weiter in die Wüste huschte. Ob er wohl gefährlich war? Wir würden es zum Glück nicht herausfinden, doch ohne Zelt zu schlafen schien nicht ohne Risiko zu sein.

Auf den letzten fünfzig Kilometern bis zum Grenzort Sarakhs erwartete uns keine einzige Steigung mehr. Über die pflanzenlose Landschaft konnte man bereits jetzt bis nach Turkmenistan blicken, wo sich der Horizont im Hitzeschleier der Ferne verlor. Wir machten eine kurze Rast in Gonbad Lee, dem Ort mit dem unheilverkündenden Namen, denn „gone badly“ heißt auf Englisch in etwa „dumm gelaufen“. Einige Kilometer später erreichten wir das Meer aus grünen Ackerflächen, das die Oasen- und Grenzstadt Sarakhs umgab.

Jo und Flo

Es war bereits Nachmittag, als wir geradeaus durch den Kreisel rollten, an dem wir am folgenden Tag nach Osten zur zwei Kilometer entfernten Grenzstation abbiegen würden. Kurz vor dem ersten Laden der Stadt bemerkten wir einen Iraner, der wild gestikulierend unsere Aufmerksamkeit wollte. Er deutete immer wieder auf das kleine Geschäft einige Meter weiter, bis wir sahen, was er uns zeigen wollte. Vor dem Eingang standen zwei bepackte Fahrräder. Wir überquerten die Straße, stellten unsere Geißen dazu und trafen im Laden Johannes und Florian, zwei deutsche Radler, die in Beijing gestartet waren und nun auf dem Weg zurück nach Deutschland waren.

Ohne Ende

Es gibt zwei Gründe, warum ich nur ungern von der Ferne aus nach Hause radeln würde: Erstens hätte die Reise so ein vorbestimmtes Ende, einen definitiven Schluss, der in Deutschland erreicht wäre. Und zweitens würde man so den großen Kulturschock ganz am Anfang der Reise erleben, während im Laufe der Monate alles immer vertrauter und normaler würde. Ich bevorzuge es, wenn mit der Zeit alles immer fremdartiger und ungewohnter wird und die Reise nicht durch einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Zeit begrenzt ist. Nun gut, mein begrenzender Faktor ist das Geld. Aber man wird sehen, ob sich auch hierfür eine Lösung findet. Doch zurück nach Sarakhs.

Mirko

Als wir so am Straßenrand standen und uns über Gegenwind, Essgewohnheiten und verhüllte Frauen austauschten, bemerkten wir aus dem Augenwinkel, wie ein weiteres bepacktes Rad am Abzweig gegenüber vorbeirollte. An dem Rad hing tatsächlich so viel Gepäck, dass man das Gefährt selbst kaum noch sah. Und diesmal waren wir es, die wild gestikulierend am Straßenrand standen.

Unsere Bemühungen wurden vernommen und der gelbe, zweirädrige Sattelschlepper rollte keuchend zu uns herüber. Im Sattel saß ein verwegener, vollbärtiger Italiener, der sich als Mirko vorstellte. Er war in Italien gestartet, nach vielen Monaten über mehrere Umwege bis hierher gelangt und hatte eigentlich keinen genauen Plan, wo er als nächstes hinfahren würde. Er wollte keine Berge fahren, da war er sich sicher. Wir würden ihn mit nach Tadschikistan nehmen, da war ich mir sicher.

Roter Halbmond

Während wir plauderten, spazierte ein kleiner Iraner von der Ladentür zu uns herüber und schlug vor, wir sollten doch in der Station des Roten Halbmondes übernachten. Das sei kein Problem, sie läge direkt um die Ecke und dort gäbe es neben einer Schlafmöglichkeit auch Duschen und eine Küche. Das ginge überall im Iran. Wie gut, dass wir das erst am Tag vor unserer Ausreise erfuhren.

Zu fünft klopften wir an der Pforte der Station. Ein freundlicher Mitarbeiter öffnete uns das Tor, zeigte uns das Gebäude und zog sich wieder in sein kleines Kämmerchen zurück, wo er den Rest des Tages TV schaute. Er schien eine Art Hausmeister zu sein.

Übergepäck

Packtaschenchaos in der Station des Roten Halbmondes

Packtaschenchaos in der Station des Roten Halbmondes

Wir machten uns im großen Aufenthaltsraum der Station breit, wo wir binnen weniger Minuten ein heilloses Chaos anrichteten, denn in zwanzig Packtaschen lässt sich einiges an Gerümpel unterbringen. Ich half Mirko, sein Hinterrad nachzuzentrieren, dessen Speichen durchweg eine viel zu geringe Spannung hatten und wir kamen schließlich auf sein Gepäck zu sprechen. Er sagte, sein gesamtes Rad habe rund 60 Kilo. Das war natürlich viel zu viel. Ich konnte ihn davon überzeugen, sich von einigen Artikeln zu trennen, denn ein Klappstuhl war zwar bequem, aber nicht wirklich nötig, ein Kletterseil brauchte man beim Radfahren auch selten, und einige Teile seines Werkzeuges konnte er getrost zurücklassen. Nur von seiner Gitarre wollte er sich absolut nicht trennen.

Mirko mit Johannes und Florian von bikeeurasia.com

Mirko mit Johannes und Florian von bikeeurasia.com

Wir aßen gemeinsam die obligatorischen Bikerspaghetti und begaben uns in unser Nachtgemach: den riesigen Gebetsraum der Station, wo Imam Rezas Antlitz die Wände schmückte und die Klimaanlage die drückende Außentemperatur auf angenehme 25 Grad senkte. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass diese die ganze Nacht hindurch brummen würde. So wachten wir morgens bei frostigen 19 Grad mit Eiszapfen an der Schlafsackkante auf.

Angenehme Weiterreise

Die Station des Roten Halbmondes in Sarakhs

Die Station des Roten Halbmondes in Sarakhs

Man ließ uns hier kostenlos übernachten und Duschen.

Nach einem reichhaltigen Haferflocken-Bananen-Yoghurt-Müsli verabschiedeten wir uns von den beiden Heimradlern und fuhren entspannt die fünfzehn Minuten bis zur Grenzstation. Diese war scheinbar noch nicht voll besetzt, so dass wir einem Beamten unsere Ausweise überreichten und anschließend erst einmal eine halbe Stunde warten mussten. Mirko nutzte die Zeit, um sein Handy an die Steckdose zu hängen und ich nervte alle mit gelangweiltem Rumgetrommel.

Ich war bezüglich der Ausreise etwas angespannt, denn ich hatte gar keine Lust, etliche Stunden an der Grenze zu verbringen, während die Zollbeamten an meinen Unterhosen schnüffelten. Doch es kam anders als erwartet. Ein anderer Beamter kam mit unseren Ausweisen zurück, hämmerte den Ausreisestempel in das Dokument und wünschte uns eine angenehme Weiterreise. Keine Kontrolle, kein Durchsuchen, keine dummen Fragen.

Keine Terroristen

Wir verließen das Gebäude und Mia riss sich sofort das Kopftuch vom Kopf, doch nur wenige Meter weiter signalisierte uns ein iranischer Grenzsoldat bereits, dass wir immer noch im Gottesstaat seien und sie es wieder anziehen müsse. Murrend bedeckte sie ihr Haar und wir fuhren bis zum Grenzhäuschen, das sich direkt neben einer Metallbrücke befand, auf deren anderer Seite wir bereits den ersten turkmenischen Grenzposten sehen konnten.

Nach 56 Tagen im Iran kontrollierte ein Soldat ein letztes Mal unsere Pässe, während wir uns mit seinem Kollegen über die neusten Hollywood-Filme unterhielten. Ebendieser Kollege bat mich, eine Nachricht aus dem Iran mit nach Hause zu nehmen, mit der ich auch die Artikelserie über dieses kontroverse und interessante Land beenden möchte: „Wenn ihr wieder zu Hause seid, dann sagt den Leuten dort bitte, dass wir hier nicht alle Terroristen sind.“

Mit einer Mischung aus Wehmut und Vorfreude stieg ich auf meine Geiß und rollte auf die Metallbrücke.

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