Die Einfahrt zum Kizilören Hanı

Bye bye Meer! Hello Hinterland!

Leaving Antalya

Mit Stefan und Nastaran vor Mehmets Haus in Antalya

Mit Stefan und Nastaran vor Mehmets Haus in Antalya

Die beiden würden bald gemeinsam zu Fuß nach Tibet wandern.

Nachdem wir von Mehmets nächstem Couchsurfing-Gast, Lea, mit einem tollen türkischen Abschiedsritual verabschiedet wurden, welches darin bestand uns mit Wasser zu bespritzen, ging diese aus dem Haus, um ein paar Bäume zu umarmen, während wir uns von Stefan und Nastaran verabschiedeten und uns auf den Weg nach Side machten. Mit dem im Bauhaus erworbenen Torx entfernte ich die Pins auf einer Seite unserer Plattform-Pedale, da diese dem Schuh zwar sehr guten Halt auf dem Pedal boten, andererseits aber die Sohle so schnell zerfledderten, dass wir alle paar Wochen neue gebraucht hätten. So hatten wir eine Sohlenschonende Pedalseite und eine mit Grip.

Vorsicht, Katze!

Vorsicht, Katze!

Hat fast schon was von der Monty Python Karnickel-Nummer.

Wir passierten den letzten der Düden-Wasserfälle, einer Reihe von Kaskaden, welche sich letztlich ins Meer ergießen. Leider konnte man den Wasserfall vom Festland aus nur von oben betrachten, was relativ unspektakulär war. Vom eigentlichen Fall bekamen wir lediglich die Gischt zu spüren, welche uns kalt ins Gesicht wehte. Die Strecke nach Side war flach und ereignislos. Als wir uns dem Meer nahe der antiken griechischen Stadt näherten, häuften sich auch die Betonklötze, in denen sich in der Hauptsaison die Touristen stapelten. Auch die Lokale am Strand waren alle geschlossen und alles war so gut wie menschenleer. So schliefen wir auf der überdachten Terrasse eines solchen Lokals. Wir brauchten nicht einmal das Zelt aufzubauen.

Unser Nachtquartier am Strand von Side

Unser Nachtquartier am Strand von Side

In der Nebensaison war hier alles geschlossen und menschenleer.

Eine Sandskulptur bei Antalya

Eine Sandskulptur bei Antalya

Hier standen über 50 Skulpturen, der Eintritt von 5€ war uns allerdings zu teuer.

Erste Verlustmeldung

Morgens war es zwar sechs Grad warm, doch der starke Wind, der über den Strand fegte, ließ es deutlich kälter erscheinen. Bei strahlendem Sonnenschein packten wir zusammen und ich steckte meinen MP3-Player kurz zwischen das Plastik des Landkartenfachs der Lenkertasche, um etwas an meinen Packtaschen zu regeln. Dort vergaß ich ihn dann auch. Ich schätze, er ist auf den ersten Metern des Tages irgendwann heruntergefallen und fristet seine letzten Tage im Sand des Strandes verwitternd. Der Verlust würde mir aber erst 60 Kilometer später auffallen, so dass zurückfahren, in der Hoffnung ihn eventuell wiederzufinden, keine Option war. Ich wusste ja nicht mal genau, wo ich ihn verloren hatte. Dies würde leider nicht der letzte Gegenstand sein, den ich wegen meiner Schusseligkeit verlieren würde.

Frühstück in Side, Tee in Manavgat

Einer der griechischen Tempel in Side

Einer der griechischen Tempel in Side

Die antike Stadt Side überraschte uns. Wir rollten über die Hauptstraße auf die kleine Halbinsel zu und ehe wir uns versahen, standen wir inmitten alter Ruinen. Vorbei an einer Reihe recht kleiner Reihenwohnhäuser erreichten wir die Agora – den großen Platz in griechischen Stätten – und das Theater. Zwischen beiden Einrichtungen befanden sich die antiken Toiletten. Außerdem befanden sich drei mehr oder weniger gut erhaltene Tempel an verschiedenen Stellen der Stadt. Die Straße verlief durch das Stadttor und hinter dem Theater vorbei in das alte Zentrum Sides, das auf einer nur einen Kilometer langen und 500 Meter breiten Halbinsel lag. Das Zentrum war sehr touristisch geprägt, jedoch nicht aufdringlich. In der Mitte reihte sich ein Ramschladen an den nächsten, während am Ufer die Restaurants mit viersprachigen Karten um Kunden buhlten. All dies war immer wieder durchsetzt mit alten Ruinen. Besonders beeindruckend war der Tempel von Apollo, der direkt am Meer stand. Ich fragte mich oft, wie es in der Stadt wohl vor rund 2000 Jahren aussah, kurz nachdem sie erbaut wurde.

Die Ruinen des Tempels von Apollo in Side

Die Ruinen des Tempels von Apollo in Side

Das Theater von Side

Das Theater von Side

Wir frühstückten noch in Side, verließen dann das Mittelmeer ein für alle Mal und fuhren landeinwärts. Zufällig rollten wir noch an einer Sandskulpturenausstellung vorbei. Hier hatten Künstler mehr als fünzig sehr detaillierte Gebilde aus Sand an den Strand gezaubert. Das Wetter war jedoch durchwachsen und der Eintritt, den die unfreundliche Bedienstete von uns wollte, war uns mit fünf Euro pro Person zu hoch. Schließlich konnte man viele der Skulpturen bereits durch den Zaun sehen. Wir machten einige Fotos und fuhren weiter. Bei einem freundlichen Gewürzhändler in Manavgat kaufte ich noch İsot Biber, eine fast schwarze Chilivariante aus der Türkei, und Kurkuma, das ich hier zum ersten Mal ungemahlen als Wurzel gesehen habe. Die ingwerähnlichen, kräftig gelben Wurzelstückchen ließen erahnen, warum Kurkuma auch Gelbwurz genannt wird.

Hinterland

Yaylaalan - ein Dorf im Hinterland von Side

Yaylaalan - ein Dorf im Hinterland von Side

Hier gab es weder Brot noch Wasser, dafür aber 12 Sorten Tiefkühlhähnchen.

Wie fast überall in der Türkei, stieg auch hier das Terrain sehr schnell an, sobald man sich von den meist flachen Küstenstreifen entfernt. Und so strampelten wir auch hier eine steile Straße hinauf, stets die Aussicht auf Manavgat und das Meer im Rücken. Als wir uns in Yaylaalani mit Lebensmitteln eindecken wollten, mussten wir mit Schrecken feststellen, dass es hier kein Brot oder Gemüse gab. Man sagte uns, die nächste Möglichkeit Brot zu kaufen sei in İbradı, 50 Kilometer weiter. Aber was sollten wir jetzt zu Mittag, geschweige denn zu Abend essen? Wir kauften also eine 1-Kilo-Packung Butterkekse, ein Paket panierte Tiefkühlhühnchennuggets und einige Süßigkeiten. Der Inhalt der Gefriertruhe amüsierte uns sehr. Es gab Hühnchenflügel, Hühnchennuggets, Hühnchengeschnetzeltes, Hühnchenkebab, halbe Hühnchen und ganze Hühnchen. Sonst nichts. Eingedeckt mit Geflügel ging es weiter.

Unerwartetes Nachtquartier mit Kamin

Unerwartetes Nachtquartier mit Kamin

Mia fegt gerade unser Wohnzimmer.

Wir änderten unsere Route leicht, um unsere Versorgung zu sichern und nicht ganz so viele unnötige Höhenmeter fahren zu müssen und begaben uns wieder auf die steile Straße. Auf 750 Metern Höhe entdeckte ich ein kleines Gebäude, das sich an einer Serpentine an den Hang klammerte. Es sah leer aus und ich beschloss, dort zu nächtigen. Als wir schließlich davor standen, sahen wir, dass es sich um ein für Touristen angelegtes Picknickgebäude handeln musste. Eventuell sollte es auch ein Restaurant werden. Auf jeden Fall stand gegenüber ein Brunnen und es hatte einen Kamin. Während ich Holz sammelte, hielt ein Wagen vor dem Haus und der Fahrer begann mit Michi zu sprechen. Ich weiß nicht genau, über was sie geredet haben, aber als ich zurückkam, erzählte sie mir, er habe ihr ein Fladenbrot mit Köfte und eine Zwiebel geschenkt. Sehr praktisch. Zusammen mit einem Päckchen Instant-Tomatensuppe und einer Packung Pasta sollten wir so doch noch ein schmackhaftes Abendmahl bekommen. Dank des Kamins konnte ich noch fast bis Mitternacht draußen sitzen ohne zu frieren, bevor ich es Michi nachtat und mich ebenfalls in meine Schlafwurst verzog.

İbradı und die unendliche Steigung

Blick von der Höhenstraße ins Tal

Blick von der Höhenstraße ins Tal

Unser Weg schlängelte sich hoch an der Bergflanke entlang.

Wir fuhren jetzt auf fast 1200 Metern parallel zur Küste entlang. Die Aussicht, die sich uns bot, war wieder einmal atemberaubend. Irgendwann machte die Straße einen Linksknick und wand sich an einer Felswand hoch über dem Tal in Richtung İbradı. Der Wind war hier ein wenig unberechenbar. Manchmal versteckte er sich hinter einer Kurve und sprang heraus, wenn ein nichtsahnender Fahrradfahrer in Sicht kam, um ihm ins Gesicht zu peitschen und dessen Gleichgewichtssinn herauszufordern. Auf teilweise sehr steilen Stücken jenseits der zehn Prozent kämpften wir uns weiter die ständig steigende oder fallende Straße entlang. Auch meine Kamera hatte heute Probleme, denn die Lichtverhältnisse von schattigen Bergen und strahlend blauem Himmel überforderten die Belichtungsmessung.

Berglandschaft um Ibradı

Berglandschaft um İbradı

Endlich in İbradı angekommen, verspeiste jeder erst einmal ein komplettes Brot. Wir erkundigten uns nach dem besten Weg, doch auch hier erzählten die Leute einem lieber irgendwelchen Humbug, statt zuzugeben, dass sie eigentlich gar keine Ahnung hatten, was man von ihnen will. Kurz vor Abend ging es noch einmal heftig nach oben und als Michis Muskeln nach 1600 Höhenmetern kurz davor waren den Dienst komplett zu versagen, schlugen wir unser Zelt auf einer Wiese vor einer riesigen Felswand auf. Ein laut kläffender Riesenköter kam sofort um die Ecke geschossen und jagte uns einen Schrecken ein. Würde er uns anfallen oder gar beißen? Er näherte sich immer langsamer, ließ sich einige Meter vor uns auf den Bauch fallen und kroch, über die Wiese robbend, auf uns zu, um uns die Füße abzulecken. Pfui! Anschließend sprang er mir mit reproduktiven Absichten ans Bein. Wir wurden das Tier den ganzen Abend nicht mehr los, und es nervte uns, indem es uns in seiner unendlichen Rolligkeit ständig besteigen wollte, unsichtbare Gefahren in der Dunkelheit ankläffte oder uns irgendwo abschlabberte. Da es ziemlich kalt war, versteckte sich Michi bereits vor Anbruch der Dunkelheit im Zelt, doch ich war zum Glück draußen geblieben und konnte so den unglaublichen Sternenhimmel betrachten. Der klarste und sternenreichste, den ich bisher in der Türkei gesehen hatte.

Berge bei Ibradı

Berge bei İbradı

Ein unerwarteter Kaffee

Mit unserem Begleithund am Gevenli Beli Pass

Mit unserem Begleithund am Gevenli Beli Pass

Unseren bellenden Freund konnten wir erst nach 6 Kilometern an einem kleinen Downhill abhängen.

Unser rolliger, füßeleckender Freund würde uns am nächsten Tag noch 6 Kilometer weit begleiten, bis die Straße nach dem Gevenli Beli Pass abschüssig wurde und wir ihn abhängen konnten. Ich hoffe er hat wieder nach Hause gefunden. Ein Schäfer an unserer Zeltstelle erzählte uns noch, wir sollten doch über Beyşehir fahren, da es ab dem Pass erst bergab und dann flach weiterginge. Wir nahmen seinen Rat an und änderten unseren Plan wieder. Auf dem Weg vom Pass in das dahinterliegende Tal kam uns ein Auto mit einem älteren türkischen Ehepaar entgegen, das sich beim Winken fast die Arme ausrenkte. Einige Minuten später überholte uns derselbe Wagen in umgekehrter Richtung noch einmal und hielt direkt vor uns an.
Ein unerwarteter Kaffee am Straßenrand

Ein unerwarteter Kaffee am Straßenrand

Das Ehepaar hielt extra an, um mit uns einen Kaffee zu trinken.

Die beiden stiegen aus, schenkten uns einen Schokoriegel und fragten, ob wir nicht einen Kaffee mit ihnen trinken wollten. Und so standen wir am Arsch der Welt am Straßenrand, tranken Kaffee, und unterhielten uns auf gebrochenem Türkisch und Deutsch. Einige Meter später würden wir die Mittelmeerregion verlassen und die Grenze nach Zentralanatolien überqueren.

Kleine Ebene zwischen Bergen vor Derebucak

Kleine Ebene zwischen Bergen vor Derebucak

Gerade hatte ein Auto mit einem türkischen Ehepaar angehalten und uns zum Thermoskannenkaffee eingeladen.

Straßengemüseverkauf in Derebucak

Straßengemüseverkauf in Derebucak

Äpfel und Birnen gab's gratis dazu.

Hohe Balkonbaukunst im Derebucak

Hohe Balkonbaukunst in Derebucak

Auf dem Weg nach Derebucak, unserer nächsten Versorgungsstation, verabschiedete sich der Gummi meines Tachomagneten, was ich mit zwei Kabelbindern aber im Nu repariert hatte. Im Ort wurden wir wieder einmal zum Tee eingeladen. Hier schien jeder schon in Deutschland gearbeitet zu haben, weshalb auch fast alle etwas Deutsch sprachen. Man warnte uns noch vor Regen, aber wir mussten weiter und konnten uns nicht um Kleinigkeiten wie Wolkenbrüche kümmern. Als wir gute zwei Stunden später am Beyşehir Gölü ankamen, fing es tatsächlich an zu regnen. Wir sahen am Seeufer ein verlassenes Gebäude und beschlossen, darin zu schlafen. Wir ahnten noch nicht, dass der Weg dorthin eine Schlammschlacht werden würde und unsere Enttäuschung war groß, als wir feststellten, dass das Gebäude so zerfallen und zugemüllt war, dass wir schlussendlich doch unser Zelt nebenan aufbauten. An diesem Tag gab es zur Abwechslung statt Nudeln einen Dal aus roten Linsen und Kokos. Sehr lecker, doch die Blähungen, die er verursachte, ließen förmlich die Pflanzen am Straßenrand verwelken.

Karawanenpension: Kizilören Hanı

Fluss mit Bäumen

Fluss mit Bäumen

Man beachte den Brunnen im Baum!

Vom Beyşehir Gölü aus ging es durch rollende Hügellandschaft mit harmlosen Steigungen in Richtung Konya. Diese Gegend war landwirtschaftlich geprägt und unterschied sich nicht sonderlich von vergleichbaren Gebieten in Deutschland, sieht man von den wild hupenden und winkenden Autofahrern ab. Am späten Nachmittag erreichten wir ein großes, massives Gebäude, das verlassen am Straßenrand stand. Als potenzielle Übernachtungsmöglichkeit fuhren wir näher heran und lasen auf einem Schild, es handle sich um eine Übernachtungsmöglichkeit für Karawanen aus dem Jahr 1206. Diese wurden im Abstand von etwa 40 Kilometern errichtet, was ungefähr der Strecke entspricht, die eine Karawane in neun Stunden zurücklegen kann. Sie sollten den wandernden Händlern die Möglichkeit zum Rasten und Aufstocken der Vorräte bieten. In solchen Anlagen waren Ärzte, Veterinäre, Hufschmiede und Friseure angestellt.
Kizilören Hanı

Kizilören Hanı

Ein historischer Karawanserai. Hier konnten Karawanen die Nacht verbringen und ihre Vorräte auffüllen.

In unserem Fall war das Gebäude selbst leider verschlossen, doch die Anlage war zu einem Erholungspark für Touristen umfunktioniert worden, der jetzt, in der Winterzeit, geschlossen war. So fanden wir in einem Verkaufsstand Unterschlupf, der wohl im Sommer als Küche und zum Ausschank diente und der, bis auf die Eingangsseite, rundum mit dicken Matten verhangen war. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde es direkt bitterkalt, aber nachdem ich den Holzofen in unserem Domizil mit den herumliegenden Holzabfallstücken der letzten Touristensaison befeuert hatte, war es zeitweise sogar im T-Shirt angenehm. Dank der wohligen Wärme schaffte ich es auch endlich, das Buch fertigzulesen, das ich im Radurlaub im Jahr zuvor angefangen hatte. Nach einem Jahr konnte ich also endlich behaupten 1Q84 gelesen zu haben. Im Großen und Ganzen fand ich es jedoch langweilig. Es hatte seine Momente, aber 400 statt 1100 Seiten hätten es auch getan. Gegen ein Uhr nachts und bei minus drei Grad legte ich mich in meinen Daunenwurm.

Mustafa beobachtet mich beim Feuermachen

Mustafa beobachtet mich beim Feuermachen

Nachdem der Ofen einmal brannte, wurde es fast schon zu warm in unserer Behausung.

Eistee?

Eistee?

Morgens lag die Temperatur deutlich unter Null.

Kaltes Erwachen

Ich sitze in der Morgenkälte am Kizilören Hanı und schreibe Artikel

Ich sitze in der Morgenkälte am Kizilören Hanı und schreibe Artikel

Bis zum Morgen war das Thermometer auf minus sechs gefallen. Doch die Sonne schien und verwandelte den Reif, der sich in der Nacht an alle Oberflächen gehaftet hatte, in kleine Wassertropfen, in denen sich das Sonnenlicht brach. Ich nahm den Stuhl aus unserem Nachtlager, setzte mich mit meinem tödlich langsamen Billig-Laptop in die Sonne und begann mit steifen Fingern zu tippen.

Gegen neun Uhr fuhren einige Arbeiter mit einem holzbeladenen Transporter vor und begrüßten uns freundlich. Ich hoffte noch, sie würden sich nicht beschweren, dass wir ihr Holz verbrannt hätten, doch eine der ersten Fragen, die sie stellten, war, warum wir den Ofen nicht anmachten. Es sei schließlich saukalt.

Poserbild mit Schrottauto

Poserbild mit Schrottauto

Zirka vierzig Kilometer weiter entdeckten wir eine weitere Versorgungsstation für Karawanen. Diese war so schlecht verschlossen, dass man durch den Spalt zwischen den massiven Metallflügeltoren ins Innere schlüpfen konnte. Es gab einen oben offenen Innenhof, an dessen Seite es schattige Nischen gab, in denen man gesellig zusammensitzen konnte. Durch ein weiteres Tor gelangte man in einen großen, geschlossenen Raum, der bei schlechtem Wetter Schutz bot. Die Zentralheizung und Halogenstrahler raubten dem Gebäude zwar einen Teil seiner Authentizität, doch mit etwas Phantasie konnte man sich vorstellen, wie es hier vor fast 1000 Jahren ausgesehen hatte.

Belenbaşı Beli Pass

Belenbaşı Beli Pass

Wir hatten noch nicht einmal bemerkt, dass wir einen Pass hochfuhren, bis das Schild kam.

Hanönü Beli, ein weiterer leichter Pass

Hanönü Beli, ein weiterer leichter Pass

Konya

Meine Geiß vor Konya

Meine Geiß vor Konya

Knapp drei Stunden später rollten wir bergab nach Konya. Die Millionenstadt war keine Schönheit. Aber Städte sind für uns Radreisende sowieso wenig reizvoll. Wir aßen an einem kleinen Stand das Tagesangebot: ein Hühnchen-Dürüm mit einem Ayran für 2,75 Lira – rund ein Euro. Dann suchten wir uns ein Café mit WiFi und machten uns auf die Suche nach einem Host in Kappadokien. Ich versuchte noch an radwild weiterzuarbeiten, doch das Netz war so schlecht und der Berg an Arbeit, der noch zu erledigen war, so groß, dass ich nach einer halben Stunde genervt aufgab. Wenn ihr eure Freizeit im Urlaub genießen wollt, dann kommt ja nicht auf die Idee einen Reisebericht zu schreiben. Schon gar nicht, wenn ihr eine perfektionistische Ader habt.

Landschaft am Kizilören Hanı

Landschaft am Kizilören Hanı

Im nächsten Artikel erreichen wir das Phallusland im Herzen der Türkei: Kappadokien.

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