Poser-Gruppenfoto auf dem Khaburabad Pass

Vom Pass zum Pandsch

Neues vom Checkpoint

Das Flusstal des Obikhingou

Das Flusstal des Obikhingou

Ich zog gierig an meiner Zigarette, genervt, den ganzen Weg, den wir in den letzten drei Tagen zurückgelegt hatten, wieder in umgekehrter Richtung fahren zu müssen. Vom damit entstandenen Zeitdruck ganz zu schweigen. Anselm und Thorsten schienen überraschend gelassen und auch ich wusste, dass es kein Beinbruch war, aber trotzdem konnte ich mir besseres vorstellen, als zurück nach Duschanbe zu fahren.

Nach einer halben Stunde verkündeten die beiden Spaßvögel endlich, dass sie gar nicht am Checkpoint waren, sondern lediglich beim Bauern um die Ecke einige Kartoffeln besorgt hatten. Und da dachten sie sich, es sei eine gute Gelegenheit, uns ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Ein voller Erfolg. Danke nochmal!

Berge am Obikhingou-Fluss

Berge am Obikhingou-Fluss

Alles in einem Topf

Thorsten und Mischa am Obikhingou

Thorsten und Mischa am Obikhingou

Mischa und Mirko waren in der Zwischenzeit auch eingetrudelt. Gemeinsam beschlossen wir, den Rest des Tages am See zu verbringen, zu baden, gemeinsam zu kochen und morgen in Richtung Pass weiterzufahren. In der Lagune zwischen den schroffen Felswänden zu plantschen war wunderbar erfrischend.

Auch das Abendessen ließ keine Wünsche offen. Team Spaßvogel bereitete eine leckere Kartoffel-Reis-Pfanne zu, untermalt mit dem Running-Gag, dass sie immer „alles in einem Topf“ kochten, während sowohl Team Schweiz-Italien, als auch Team Deutschland es schafften, Pasta mit einer wunderbaren Tomatensoße zuzubereiten, deren Geschmack einem hart die Versalzen-Falten ins Gesicht trieb.

Greise Kekse

Thorsten durchquert einen Bach

Thorsten durchquert einen Bach

Die Versorgung war bereits hier oftmals bescheiden. In den kleinen Läden, die häufig nicht als solche erkennbar waren und nur kurz geöffnet wurden, wenn man einen Dorfbewohner nach dem nächsten „Magasin“ fragte, hatte man die Auswahl zwischen geschätzt zehn Kekssorten unterschiedlichen Alters, Zwiebeln, Hülsenfrüchten und dem Coca Cola-Sortiment. Brot, Belag, Pasta, Tomaten oder anderes Gemüse suchte man oft vergebens.

Mal auf Schotter, mal auf Asphalt, ging es, an einem weiteren Checkpoint vorbei, nach und nach bergauf. Mia hatte in der Zwischenzeit mit sporadischen Bauchschmerzen zu kämpfen und gelegentliche, kleine Kabelleien sorgten für unterhaltsame Ablenkung in dem schwierigen Terrain.

Der Weg am ersten Checkpoint

Der Weg am ersten Checkpoint

Wird die Straße offen sein? Wird man uns nach Berg-Badachschan durchlassen? Wir wussten es nicht sicher.


Am Abzweig zum Khaburabad Pass

Am Abzweig zum Khaburabad Pass

Ab hier würde es von 1800m am Stück auf 3500m hochgehen.

Bergauf durch die letzten Sonnenstunden

Bergauf durch die letzten Sonnenstunden

Die zehn Radreisenden

Ein Dutzend Radfahrer vor dem Khaburabad Pass

Ein Dutzend Radfahrer vor dem Khaburabad Pass

An diesem Abend trafen wir viele alte Bekannte aus dem Green House Hostel wieder.

Nach nur 59 Kilometern, die Sonne stand bereits knapp über dem Horizont, sahen wir, wie der Weg sich kurz nach dem nächsten Dorf steil an einer Bergflanke entlang in die Höhe wand. Anselm verkündete die frohe Botschaft, auf dem Acker zu unserer Rechten übernachten zu wollen, was die leicht angeschlagene Gruppe lächelnd begrüßte.

Kurz vor Sonnenuntergang sahen wir Team Frosch alias Nico (Frankreich) und Gökben (Türkei) und Team Trailer alias Phil (Irland) und Mary (USA) die Straße entlang kriechen. So kam es, dass an diesem Abend zehn Radler in sechs Zelten auf der Anfahrt zum Khaburabadpass campten.

Dumm campt schlecht

Blick vom Zeltplatz

Blick vom Zeltplatz

Am Abend hörten wir dann von Team Trailer Horrorstories über andere Radfahrer, die im Wachankorridor von aggressiven oder besoffenen Soldaten bedrängt wurden und die Nacht in einer Zelle verbringen durften. Im Gespräch stellte sich heraus, dass diese zwischen Hauptstraße und Pandschfluss gecampt hatten, was wegen möglicher Talibanaktivität in den grenznahen Bergen Afghanistans ausdrücklich verboten war.

Die Tatsache, dass die Soldaten sie überhaupt gefunden hatten, ließ außerdem darauf schließen, dass sie nicht gerade Meister des Versteckens waren. Als Fazit lässt sich so lediglich schlussfolgern, dass man in Tadschikistan beim Wildcampen Probleme bekommen kann, wenn man dumm ist und sich am falschen Ort zur falschen Zeit auch so anstellt.

Von Nahrung

Alter Tadschike

Alter Tadschike

Nachdem ich am nächsten Morgen eine formschöne, jedoch grün ummantelte Wurst im Acker hinterlassen hatte, rollten wir ins nächste und vermutlich letzte Dorf vor dem Pass. Unterwegs machte ich mir etwas Sorgen um meine Verdauung, vor allem, weil mein letzter Krankenhausaufenthalt ja noch gar nicht lange her war. Doch diesmal sollte ich Glück haben und weitere Folgen würden ausbleiben. Dafür hatte Mia auch heute immer wieder mit ihrem Bauch zu kämpfen.

So lässt sich's arbeiten

So lässt sich's arbeiten

Der nette Herr schenkte uns eine große Tüte mit Brot.

Im Dorf fragten wir nach Brot und bekamen eine gigantische Tüte mit frischem Fladenbrot geschenkt. Eine weitere Tüte mit Blätterteigtaschen gabs noch obendrauf, so dass wir bestens für den Aufstieg gerüstet waren. Der Weg zum Pass war problemlos fahrbar. Sowohl die Steigung als auch der Untergrund bereiteten, anders als in Georgien im Jahr zuvor, keine größeren Probleme.

Auf dem Weg zum Khaburabad Pass

Auf dem Weg zum Khaburabad Pass

Aufstieg zum Khaburabad Pass

Aufstieg zum Khaburabad Pass

Die 3000m Marke vor dem Khaburabad Pass

Die 3000m Marke vor dem Khaburabad Pass

Mein Platz ist aber schöner!

Grüne Wiesen nahe des Khaburabad Pass

Grüne Wiesen nahe des Khaburabad Pass

Kurz vor Erreichen der Passhöhe kam es dann wieder zu Meinungsverschiedenheiten und Spannungen. Teils wegen Missverständnissen, teils wegen Mischas cholerischer Ader, Anselms bestimmender Art, meiner Dickköpfigkeit und Mirkos körperlicher Abgeschlagenheit.

So hatte Mischa einen Zeltplatz vor dem Pass auserkoren, weil ihm dieser gut gefiel und auch Mirko am Ende seiner Kräfte ein ganzes Stück hinterherhing. Mia und ich wollten jedoch auf jeden Fall noch bis zum Pass fahren, selbst wenn wir anschließend die paar Meter wieder zurückrollen müssten. Und wenn man schonmal oben war, konnte man sich ja auch gerade die Campingsituation dort anschauen.

Khaburabad Pass: 3252m

Khaburabad Pass: 3252m

Ein neuer Höhenrekord für mich. Nicht nur mit dem Bike.

Anselm hatte das undankbare Los, genau zwischen mir und Mischa zu stehen und so unsere Botschaften auf zwei Rädern den Berg hoch und runter zu tragen. So wurde gemault, Zähne wurden gefletscht und es wurde ein bisschen gebellt, bis mir schließlich die ganze unnötige Diskussion am Allerwertesten vorbeiging und ich einfach zum Pass fuhr.

Der Pass war mit 3252 Metern die höchste Stelle, an der ich je gestanden habe. Ich war ein wenig stolz. Doch hier oben auf dem Kamm war es ziemlich windig und obwohl man hätte campen können, war die Aussicht im Vergleich zu „Mischas Stelle“ eher bescheiden. So rollten wir zu den anderen zurück und das ganze überflüssige Trarah der letzten halben Stunde war vergessen. Zumindest für mich.

Zeltplatz mit Aussicht

Zeltplatz mit Aussicht

Einer der besten Campspots überhaupt.

Babel

Sollte jemand einen von mir erwähnten usbekischen oder tadschikischen Ortsnamen gegoogelt haben, so sei anzumerken, dass für diese oft keine einheitliche Schreibweise existiert. Selbst auf Straßenschildern findet man denselben Ort auf verschiedene Arten geschrieben. Die Transliteration vom kyrillischen ins lateinische Schriftsystem bringt weitere Inkonsistenzen mit sich, welche sich durch unterschiedliche phonetische Umschriften im Englischen und im Deutschen weiter verstärken. Also nicht wundern, wenn nicht alle Namen so geschrieben sind, wie man sie woanders gesehen hat.

So findet man zum Beispiel Kalai-Khumb, Qal’a-i-Khum, Qal’ai Khumb, Қалъаи Хумб, قلعهٔ خمب‎ . Doch hier klingen wenigstens alle Schreibweisen gleich. In China dauerte es manchmal Tage, bis ich wusste, in welcher Siedlung wir gerade waren. Doch zurück zur Abfahrt und somit dem nächsten Tag.

Runter-Rennen

Abfahrt vom Khaburabad Pass

Abfahrt vom Khaburabad Pass

Vor uns lagen 30km bergab auf feinster Piste.

Die endlose Abfahrt vom Pass ins über 2000 Meter tiefer gelegene Kalai-Khumb, was so viel wie „Festung am Ufer des Khumbflusses“ bedeutet, verlief zum Teil entlang einer fast senkrecht abfallenden Klippe, zum Teil auf groben Schotterpisten, vorbei an winzigen Drei-Haus-Siedlungen, stets bergab, durch eine atemberaubende Berglandschaft.

Was als vorsichtiges Herantasten begann, endete in einem halsbrecherischen Wettrennen zwischen Anselm, Thorsten und mir. So leichtsinnig und gefährlich es war, mit einem 50 Kilo Bock über den Schotter zu preschen, an manchen Stellen den Bodenkontakt komplett verlierend, so viel Spaß machte es auch, wie eine Mischung aus Panzer und Gazelle ins Tal zu pflügen.

Anselms Vorderradnabe quittierte die Belastung prompt mit einem feinen Riss. Aber ein bisschen Verlust ist ja bekanntlich immer.

Einheimische bei der Käseherstellung

Einheimische bei der Käseherstellung

Kurz vor Kalai-Khumb

Kurz vor Kalai-Khumb

Abfahrt durch steile Schluchten und schroffe Felsen

Abfahrt durch steile Schluchten und schroffe Felsen

Kapitalismusfreude

Markierungsarbeiten in Tadschikistan

Markierungsarbeiten in Tadschikistan

Tadschikische Tankstelle

Tadschikische Tankstelle

Es bestand kein Zweifel. Wir waren in Berg-Badachschan angekommen.

In Kalai-Khumb, mit 2000 Einwohnern der ersten größeren Stadt seit Duschanbe, gab es überraschenderweise einen kleinen Supermarkt mit westlichen Luxusartikeln. Hocherfreut über ein wenig Dekadenz deckten wir uns mit Kapitalistenkaffee der bekannten Schweizer Lebensmittelkrake und Papiertaschentüchern von Procter & Gamble alias Charmin alias Zewa ein. Noch nie war ich so glücklich darüber, Qualitätstaschentücher gekauft zu haben.

Strategisch wichtig

Tadschikisches Mädchen

Tadschikisches Mädchen

Rote oder blonde Haare sind in Tadschikistan keine Seltenheit.

Von hier aus wollten wir für die nächsten 450 Kilometer der afghanischen Grenze folgen, welche bis zum Ende des Wachankorridors vom Pandschfluss gebildet wurde. Auf der gesamten Strecke gibt es lediglich sechs Brücken, die Afghanistan mit Tadschikistan verbinden und alle wurden erst nach 2000 fertiggestellt. Dies offenbart die militärisch wichtige Stellung, die der Fluss und das unzugängliche Bergland entlang seiner Ufer im „Großen Spiel“, dem „Great Game“ hatte. Doch dazu später mehr.

Frühstücksei für MacGyver

Best Friends Forever :)

Best Friends Forever 🙂

Auch wenn man bereits viele Monate im Sattel verbracht hat, so lernt man doch immer wieder Neues. So erfuhr ich am nächsten Morgen, dass es gar kein heldenhafter Drahtseilakt war, Eier auf dem Bike zu transportieren. Selbst auf schlechten Straßen. Und ich muss zugeben, dass Rührei mit Kartoffeln ein vorzügliches Frühstück waren.

Außerdem reparierte ich endlich meine Ortlieb-Packtasche, deren Plastikmutter sich immer wieder von der Stahlschraube herunterschob. Ein kleines Stück Holz und ein Kabelbinder erfüllten ihren Zweck und halten, im Gegensatz zur ortliebeigenen Schwachsinnskonstruktion, bis heute (9 Monate und über 10000 Kilometer später). Wer hatte nur die dämliche Idee, an einer solchen Stelle Plastikmuttern zu verwenden?

Ich nahm mir vor, dies bei Ortlieb zu reklamieren. Genauso wie meine durchhängende Norco Lenkertasche (die ebenfalls bis heute hält) und auch alle weiteren, nicht selbst verursachten Schäden. Leider würde es dabei bleiben, dies lediglich vorzuhaben, denn in die Tat umgesetzt habe ich es leider immer noch nicht.

Von grünerem Gras

Nördliches Pandsch-Tal

Nördliches Pandsch-Tal

Blick auf die afghanische Seite des Pandsch

Blick auf die afghanische Seite des Pandsch

Gegenüber unseres Weges, auf der anderen Flussseite, lagen immer wieder kleine afghanische Siedlungen, die sich wie grüne Oasen vom kargen Braun der steilen Felswände abhoben. Ich mochte es kaum glauben, aber auf der anderen Seite schien das Gras tatsächlich grüner zu sein, als bei uns. Lag das an der menschlichen Psyche, war ich einer von denen, die immer das wollten, was sie nicht hatten, oder hatte es doch eher mit dem Einfallswinkel des Sonnenlichts zu tun?

Am Pandsch-Fluss

Am Pandsch-Fluss

Hier war der Pandsch trotz Hochwasser noch gutmütig.

Bewusstseinsstrom

Die M41 entlang des Pandsch

Die M41 entlang des Pandsch

Man glaubt kaum, welche Gedanken einem auf einer langen Tour abseits der Zivilisation durch den Kopf gehen. Da grübelt man über die Auswirkungen des Einfallswinkels des Lichts auf die Farbqualität, man philosophiert über den Sinn der eigenen Existenz und zweifelt an, ob diese überhaupt einen Sinn hat (natürlich nicht, aber das ist ein anderes Thema), man rechnet aus, wie oft man noch treten muss, bis man das heutige Tagesziel erreicht hat, man singt, man wiederholt stupide zum tausendsten Mal dasselbe Mantra, denselben Ohrwurm, dieselbe sinnlose Wortfolge, man grinst ohne Grund, stellt sich die Frage, warum man den ganzen Scheiß überhaupt macht, erfreut sich an der Landschaft und der frischen Luft, und plötzlich frischt der Wind auf und einige Böen bringen das lose Geröll auf der Bergflanke zur Linken in Bewegung. Es staubt, etwas Schotter rieselt vor einem auf die Straße, der Wind wirbelt feinen Sand vom Weg auf und plötzlich sieht man nichts mehr, der Sand fliegt in die Augen, man erinnert sich an Berichte über die Erdrutsche der letzten Wochen, Adrenalin schießt durch den Körper, reißt einen jäh aus der hunderttausendsten Wiederholung von „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, man überlegt, ob man jetzt wirklich anhalten will, um die Sonnenbrille aus der Tasche zu holen, oder ob man weiterfährt und riskiert, in ein paar Metern gar nichts mehr zu sehen, entschließt sich gegen die Brille, beschleunigt, will schnell aus der Gefahrenzone heraus, hört hinter sich ein dumpfes Rummsen, blickt sich um und sieht einen handballgroßen Steinbrocken auf dem Weg liegen. Lag der gerade eben auch schon da? Man geht aus dem Sattel, gibt alles, der Kopf sagt: „Nicht gut!“, das Adrenalin brüllt: „Schneller!“, die Muskeln schreien: „Langsamer!“ und auf einmal ist der Spuk vorbei, der Wind lässt nach, der Staub legt sich und man fährt die nächsten Meter langsam tretend weiter, man schüttelt den Kopf, grinst, sieht, dass die anderen auch noch alle da sind, hat keine Ahnung, ob gerade dreißig Sekunden oder fünf Minuten vergangen sind, rollt weiter am Fluss entlang und denkt sich: „Drii Chinisin mit dim Kintribiss“.

Kind in Berg-Badachschan

Kind in Berg-Badachschan

Kind in Berg-Badachschan

Kind in Berg-Badachschan

Wolkig mit Aussicht auf Steinschlag

Die Schlucht des Pandsch

Die Schlucht des Pandsch

Manchmal war es schwer vorstellbar, wie hier eine Straße verlaufen könnte.

Der Canyon schien kein Ende zu nehmen, doch die Zeit wurde langsam knapp, denn bis zum Sonnenuntergang war es nicht mehr lange und eine sichere Stelle zum zelten zu finden war alles andere als einfach. Die Straße sah aus wie bei dem alten Computerspiel „Test Drive“: links die senkrechte Steinwand und rechts der ebenso senkrechte Abgrund zum Fluss.

Wir erreichten eine etwas breitere Stelle, an der eine kleine Hütte stand. Für mich war sofort klar, dass ich hier übernachten wollte, denn das Dach der Hütte ließ keinerlei Spuren von Steinschlag erkennen und auch im unmittelbaren Umkreis lagen keine Steine. Doch Mischa passte das gar nicht. Er mochte die Stelle überhaupt nicht. Anselm, Thorsten und Mia hielten es ebenfalls für die beste Lösung, denn wer wusste, wo die nächste Übernachtungsmöglichkeit sein würde.

Doch Mischa wollte weiter. Er trampelte unruhig von einem Bein aufs andere, schaute sich die nähere Umgebung an, in der Hoffnung, einen geeigneteren Platz zu finden, und war sichtlich unzufrieden mit der Gesamtsituation. Die Unruhe stand ihm ins Gesicht geschrieben und wer ihn kennt, sollte wissen, dass man ihn in so einer Situation am besten in Ruhe lässt. Doch es hat nicht sein sollen.

Bad im Fettnapf

Ohne etwas Böses im Schilde zu führen, fasste sich Anselm beherzt das Fettnäpfchen, nahm Anlauf und machte einen perfekten Knickbomber hinein. Völlig ernst sprach er das aus, was mir auch schon durch den Kopf ging, was ich aber lieber für mich behielt.

„Mischa, wenn dir die Stelle hier nicht passt, kannst du auch gerne alleine weiterfahren.“

Afghanische Siedlung

Afghanische Siedlung

Wer wissen will, ob es tatsächlich zur Schlägerei kommt, wo Mirko abgeblieben ist und wen wir in Chorugh völlig unerwartet treffen, muss bis zum nächsten Artikel warten.

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4 Gedanken zu „Vom Pass zum Pandsch“

  1. die geschichte über die ‚dummen camper‘ im wakhan tal wundert mich, denn ich habe 2011 mit zwei temporären mitradlern dort sogar unter den augen von tadschikischen soldaten mein zelt am ufer des grenzflusses unterhalb der straße aufgeschlagen ohne jedes problem.

    1. Das war halt die Geschichte, die uns zu Ohren gekommen ist. Vermutlich war das vor einigen Jahren noch anders. Und wenn ich jemanden als „dummen Camper“ bezeichne, so sei das bitte nicht allzu Ernst zu nehmen. Hätten wir nicht davon gehört, dass man nicht zwischen Fluss und Straße campen sollte, hätte uns selbst das genauso gut passieren können. Ein wenig literarische Übertreibung und Freiheit sei mir als Freund des Fluchens und Sarkasmus gegönnt 🙂

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