Aktuelle Position

Chorug nach Ischkoschim: Esel, Wesch und Tunnelblick

Chillen im Pamir

Chorugh, wo der Gunt in den Pandsch mündet

Chorugh, wo der Gunt in den Pandsch mündet

Das Gunt-Tal ist die Mittlere der fünf Routen durch den Pamir.

Ich verbrachte zwei entspannte Tage in der Pamir Lodge. Ich unterhielt mich mit Ani, einer Physikprofessorin aus New York, über Gott und die Welt, paffte mit den anderen gelegentlich vom guten „Wesch Babinga“, wie es die Pamiris nannten, was so viel bedeutete wie „Hasch, wie es schon der Großvater rauchte“, und hatte eine angenehme Zeit. Nur die gelegentlichen Regenschauer waren etwas verstörend, denn wie bereits erwähnt, sollte es hier zu dieser Jahreszeit eigentlich gar nicht regnen. Laut Statistik fallen in Chorugh im August genau 0mm Niederschlag.

Chorug nach Ischkoschim: Esel, Wesch und Tunnelblick weiterlesen

Durch die Schlucht nach Chorug

Interludium in feucht Moll

Am Abzweig zum Vanj-Tal

Am Abzweig zum Vanj-Tal

Eines von fünf parallelen Tälern, die den Pamir kreuzen.

Wenn es in Japan in Strömen regnet, das Bike repariert ist, und man gerade mitten im selbst angerichteten Chaos sitzt, das ausgeräumte Packtaschen so mit sich bringen, ist es an der Zeit, einen neuen Artikel zu schreiben. Doch wo war ich? Steinschlag, Schlucht, keine Campmöglichkeit, angespannte Gemüter, eine steinschlagfreie Hütte, ja, ich erinnere mich, der falsche Satz zum richtigen Zeitpunkt war gerade gefallen: „… dann fahr halt weiter.“

Durch die Schlucht nach Chorug weiterlesen

Vom Pass zum Pandsch

Neues vom Checkpoint

Das Flusstal des Obikhingou

Das Flusstal des Obikhingou

Ich zog gierig an meiner Zigarette, genervt, den ganzen Weg, den wir in den letzten drei Tagen zurückgelegt hatten, wieder in umgekehrter Richtung fahren zu müssen. Vom damit entstandenen Zeitdruck ganz zu schweigen. Anselm und Thorsten schienen überraschend gelassen und auch ich wusste, dass es kein Beinbruch war, aber trotzdem konnte ich mir besseres vorstellen, als zurück nach Duschanbe zu fahren.

Vom Pass zum Pandsch weiterlesen

Von Duschanbe bis Berg-Badachschan

Duschanbe

Duschanbe war mit knapp 800.000 Einwohnern eine eher kleine Landeshauptstadt. Der Name bedeutet auf Persisch „zweiter Tag“, also Montag. Doch heute war Donnerstag. Auch waren die Bewohner Tadschikistans keine Arier bzw. Perser, sondern Tadschiken und Pamiris. Die Kultur hingegen war sowohl persisch als auch russisch geprägt. Und die Landessprache, Tadschikisch, zählte zu den iranischen Sprachen. Genau wie Kurdisch und Ossetisch. Sehr verwirrend.

Beim Wetter sah die Lage nicht anders aus. Ein „augeprägtes Kontinentalklima mit trocken-heißen Sommern“ herrschte hier angeblich. Ein Blick zum wolkenverhangenen Himmel sagte mir, dass irgendetwas nicht stimmte. Statistisch gesehen fallen im Juli 2,4mm, im August sogar nur 1,3mm Regen bei 11 Sonnenstunden am Tag. Véro erzählte uns, im Pamir regne es schon seit über einer Woche. Sommerregen in einer Halbwüste. Wir sollten Galileo Mystery einschalten.

Von Duschanbe bis Berg-Badachschan weiterlesen

Ramadan, Drogenwahn, Tadschikistan

Erwartungen

Satellitenbild Tadschikistan

Satellitenbild Tadschikistan

Schon hier sieht man es: viel Gebirge, wenig Mensch.

Tadschikistan. Der Pamir. Der Wachankorridor. Wilde Natur, menschenleere Weite und Abenteuer pur. Bereits bei der Planung der Reise war Tadschikistan neben dem Hochland von Tibet mein absolutes Highlight gewesen. Und heute sollte es soweit sein. Wir würden die Grenze überqueren und nach dem von Turkvölkern geprägten Turkmenistan und Usbekistan wieder in den Kulturkreis der Perser eintauchen.

Bereits in den letzten beiden Ländern hatte ich mich auf ein gewisses Maß an Korruption eingestellt, auf das gelegentliche Bestechungsgeld und auf willkürlich ausgelegte Gesetze. Zu sagen, dass ich enttäuscht wurde, klänge vermutlich so, als hätte ich mich darauf gefreut. Sagen wir also, dass ich überrascht war, dies dort nicht anzutreffen. Doch wie würde es in Tadschikistan aussehen?

Ramadan, Drogenwahn, Tadschikistan weiterlesen

Schreib doch mal was schönes!

Kommt ein Pferd in eine Bar…

Wer meine Geschichten auf radwild.de und Facebook verfolgt, kennt mich bereits ein wenig. Manche von euch werden sich fragen, warum ich so pessimistisch bin. Warum ich so viel fluche und oft so schlechte Laune habe. Warum ich alles und jeden durch den Dreck ziehe und weshalb meine Berichte so viel Zynismus enthalten. Ich möchte hier versuchen, diese Frage zu beantworten, denn ich bin weder pessimistisch, noch hasse ich das Universum, die Menschheit, oder dich.

Schreib doch mal was schönes! weiterlesen

Von Glück und Unglück in Usbekistan

Der perfekte Start in den Tag

Eine Usbekin

Eine Usbekin

Als wir neben unserem Hochspannungsmast aus dem Zelt krochen und der Blick auf den herumliegenden Müll und die Straße fiel, auf der schon seit vor Sonnenaufgang klapprige Lastwagen polternd den Boden erzittern ließen, wussten wir wieder: Wir waren im „Osten“.

Während des Frühstücks – die Reste des Vortags – klagte Mia über Unwohlsein und Magenprobleme, die auch während des Zusammenpackens nicht nachließen. Ich dachte mir noch, sie solle doch nicht so übertreiben und herumsimulieren. Wenn sie nicht fahren will, soll sie doch einfach Bescheid sagen, statt einen auf kranken Mann zu machen.

Von Glück und Unglück in Usbekistan weiterlesen

Delirium, Spital und Plov

Wundersame Wundersamen

Schienen, Strommasten und Wüstensand

Schienen, Strommasten und Wüstensand

Außerhalb der Städte war dies oft das einzige, was man zu sehen bekam.

Als ich am Morgen aufwachte, ging es mir immer noch schlecht. Ich war die Nacht über einige Male ins Gebüsch gesprintet und es war keine Besserung in Sicht. Wir fuhren weiter, doch nach einigen Kilometern hielt ich erschöpft am Straßenrand an, stieß mein Bike ins Gebüsch und legte mich in den Schatten. Nichts ging mehr.

Delirium, Spital und Plov weiterlesen

Leidensweg Buchara

Böses Erwachen

Schlafender Usbeke auf einem Eselkarren

Schlafender Usbeke auf einem Eselkarren

Ja, so lässt sichs arbeiten!

An meinem ersten Morgen in Usbekistan wachte ich mit erheblichem Hirnüberdruck und einem anspornenden Darmdrang auf. Ein kurzer Rundumblick eröffnete mir, dass ich auf einem Teppich auf der Veranda geschlafen hatte. Ich eilte im Laufschritt die Stufen zur Toilette hinunter, erspähte aus dem Augenwinkel Mia, die gerade auf der Pritsche eines Dreirad-Transporters schlief, und verrichtete das Unvermeidbare.

Obwohl ich gerade erst aufgewacht war, wusste ich bereits jetzt, dass wir an diesem Tag keine Bäume ausreißen würden, nein, nicht einmal Grashalme. Jede Bewegung glich einem Gewaltakt. So verbrachten wir, teils schlafend, teils TV schauend, den gesamten Tag im abgedunkelten und beinahe kühlen Nebenraum des Lokals.

Leidensweg Buchara weiterlesen