Aktuelle Position

Vom Pass zum Pandsch

Neues vom Checkpoint

Das Flusstal des Obikhingou

Das Flusstal des Obikhingou

Ich zog gierig an meiner Zigarette, genervt, den ganzen Weg, den wir in den letzten drei Tagen zurückgelegt hatten, wieder in umgekehrter Richtung fahren zu müssen. Vom damit entstandenen Zeitdruck ganz zu schweigen. Anselm und Thorsten schienen überraschend gelassen und auch ich wusste, dass es kein Beinbruch war, aber trotzdem konnte ich mir besseres vorstellen, als zurück nach Duschanbe zu fahren.

Vom Pass zum Pandsch weiterlesen

Von Duschanbe bis Berg-Badachschan

Duschanbe

Duschanbe war mit knapp 800.000 Einwohnern eine eher kleine Landeshauptstadt. Der Name bedeutet auf Persisch „zweiter Tag“, also Montag. Doch heute war Donnerstag. Auch waren die Bewohner Tadschikistans keine Arier bzw. Perser, sondern Tadschiken und Pamiris. Die Kultur hingegen war sowohl persisch als auch russisch geprägt. Und die Landessprache, Tadschikisch, zählte zu den iranischen Sprachen. Genau wie Kurdisch und Ossetisch. Sehr verwirrend.

Beim Wetter sah die Lage nicht anders aus. Ein „augeprägtes Kontinentalklima mit trocken-heißen Sommern“ herrschte hier angeblich. Ein Blick zum wolkenverhangenen Himmel sagte mir, dass irgendetwas nicht stimmte. Statistisch gesehen fallen im Juli 2,4mm, im August sogar nur 1,3mm Regen bei 11 Sonnenstunden am Tag. Véro erzählte uns, im Pamir regne es schon seit über einer Woche. Sommerregen in einer Halbwüste. Wir sollten Galileo Mystery einschalten.

Von Duschanbe bis Berg-Badachschan weiterlesen

Ramadan, Drogenwahn, Tadschikistan

Erwartungen

Satellitenbild Tadschikistan

Satellitenbild Tadschikistan

Schon hier sieht man es: viel Gebirge, wenig Mensch.

Tadschikistan. Der Pamir. Der Wachankorridor. Wilde Natur, menschenleere Weite und Abenteuer pur. Bereits bei der Planung der Reise war Tadschikistan neben dem Hochland von Tibet mein absolutes Highlight gewesen. Und heute sollte es soweit sein. Wir würden die Grenze überqueren und nach dem von Turkvölkern geprägten Turkmenistan und Usbekistan wieder in den Kulturkreis der Perser eintauchen.

Bereits in den letzten beiden Ländern hatte ich mich auf ein gewisses Maß an Korruption eingestellt, auf das gelegentliche Bestechungsgeld und auf willkürlich ausgelegte Gesetze. Zu sagen, dass ich enttäuscht wurde, klänge vermutlich so, als hätte ich mich darauf gefreut. Sagen wir also, dass ich überrascht war, dies dort nicht anzutreffen. Doch wie würde es in Tadschikistan aussehen?

Ramadan, Drogenwahn, Tadschikistan weiterlesen

Schreib doch mal was schönes!

Kommt ein Pferd in eine Bar…

Wer meine Geschichten auf radwild.de und Facebook verfolgt, kennt mich bereits ein wenig. Manche von euch werden sich fragen, warum ich so pessimistisch bin. Warum ich so viel fluche und oft so schlechte Laune habe. Warum ich alles und jeden durch den Dreck ziehe und weshalb meine Berichte so viel Zynismus enthalten. Ich möchte hier versuchen, diese Frage zu beantworten, denn ich bin weder pessimistisch, noch hasse ich das Universum, die Menschheit, oder dich.

Schreib doch mal was schönes! weiterlesen

Von Glück und Unglück in Usbekistan

Der perfekte Start in den Tag

Eine Usbekin

Eine Usbekin

Als wir neben unserem Hochspannungsmast aus dem Zelt krochen und der Blick auf den herumliegenden Müll und die Straße fiel, auf der schon seit vor Sonnenaufgang klapprige Lastwagen polternd den Boden erzittern ließen, wussten wir wieder: Wir waren im „Osten“.

Während des Frühstücks – die Reste des Vortags – klagte Mia über Unwohlsein und Magenprobleme, die auch während des Zusammenpackens nicht nachließen. Ich dachte mir noch, sie solle doch nicht so übertreiben und herumsimulieren. Wenn sie nicht fahren will, soll sie doch einfach Bescheid sagen, statt einen auf kranken Mann zu machen.

Von Glück und Unglück in Usbekistan weiterlesen

Delirium, Spital und Plov

Wundersame Wundersamen

Schienen, Strommasten und Wüstensand

Schienen, Strommasten und Wüstensand

Außerhalb der Städte war dies oft das einzige, was man zu sehen bekam.

Als ich am Morgen aufwachte, ging es mir immer noch schlecht. Ich war die Nacht über einige Male ins Gebüsch gesprintet und es war keine Besserung in Sicht. Wir fuhren weiter, doch nach einigen Kilometern hielt ich erschöpft am Straßenrand an, stieß mein Bike ins Gebüsch und legte mich in den Schatten. Nichts ging mehr.

Delirium, Spital und Plov weiterlesen

Leidensweg Buchara

Böses Erwachen

Schlafender Usbeke auf einem Eselkarren

Schlafender Usbeke auf einem Eselkarren

Ja, so lässt sichs arbeiten!

An meinem ersten Morgen in Usbekistan wachte ich mit erheblichem Hirnüberdruck und einem anspornenden Darmdrang auf. Ein kurzer Rundumblick eröffnete mir, dass ich auf einem Teppich auf der Veranda geschlafen hatte. Ich eilte im Laufschritt die Stufen zur Toilette hinunter, erspähte aus dem Augenwinkel Mia, die gerade auf der Pritsche eines Dreirad-Transporters schlief, und verrichtete das Unvermeidbare.

Obwohl ich gerade erst aufgewacht war, wusste ich bereits jetzt, dass wir an diesem Tag keine Bäume ausreißen würden, nein, nicht einmal Grashalme. Jede Bewegung glich einem Gewaltakt. So verbrachten wir, teils schlafend, teils TV schauend, den gesamten Tag im abgedunkelten und beinahe kühlen Nebenraum des Lokals.

Leidensweg Buchara weiterlesen

Grenzwertiger Austritt aus Turkmenistan

Nur nicht aufregen

Der nächste Grenzübertritt und somit das vierte Land der Reise stand an diesem Tag auf dem Programm. Als erstes mussten wir das Land der Turkmenen verlassen. Nur eine Schranke trennte uns vom Grenzgebäude und unserer Ausreise. Der junge Soldat schlenderte aus einem kleinen Wachhäuschen zur Schranke herüber, verlangte unsere Pässe und verschwand mit diesen für einige Minuten in seiner kleinen Hütte. Die Sonne brannte erbarmungslos und Patrick wurde bald ein wenig ungehalten. Warum man uns hier so lange in der prallen Sonne warten ließe, die Pässe zu kontrollieren könne doch nicht so lange dauern.

Die stressige Atmosphäre übertrug sich natürlich auf den Grenzbeamten, dessen Laune sich bereits deutlich verschlechtert hatte, als er uns die Pässe zurückgab. Auf dem Weg zum Grenzgebäude bat ich Patrick die Ruhe zu bewahren, egal was passiere. Wenn ich auf etwas keine Lust hatte, dann waren es angepisste Grenzbeamte.

Grenzwertiger Austritt aus Turkmenistan weiterlesen

Die Karakum Wüste

Überraschende Begegnung

Sand und Sträucher, überall

Sand und Sträucher, überall

High-Noon, das Thermometer zeigt 42 Grad, der Wind bläst ins Gesicht und wir haben Durst. Im Wilden Westen würde man jetzt in einen Saloon gehen und einen Whiskey bestellen. In Turkmenistan setzt man sich in einen Truck-Stop und bestellt ein Bier.

Wie schon im Iran, gab es auch in Turkmenistan viele Lokale, wo man im Außenbereich im Schatten unter Bäumen auf kniehohen, kissenbedeckten Plattformen Tee trank oder zu Mittag aß. Wir zweckentfremdeten die Sitzecke für einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Das hätte auch wunderbar funktioniert, wenn sich nicht permanent und genau in dem Moment, wo ich kurz vor dem Einschlafen war, eine Fliege auf Arm, Bein oder Gesicht niedergelassen hätte und mich so jäh aus dem Dämmerzustand riss.

Die Karakum Wüste weiterlesen